URSACHE-WIRKUNG I: Die vielen P’s – DAS P1 IST TOT!

20. August 2011

 

Die Zeit …. die gute. Und die schwindende Bedeutung des P1!

Bild zur Notiz

Die Uhr läuft vorwärts – Es gibt dort kein P1!!!

Ich glaube wir müssen an dieser Stelle nochmal etwas klarstellen bzw. „sichern“, bevor wir uns alle (natürlich jeder für sich) selbst durch’s Leben coachen! (So sagt man das ja jetzt! Denn für jede Tätigkeit, für die uns keine angelsächsische ‚Deputy-Chief-Officer-Bezeichnung‘ einfällt, sagen wir einfach Coaching, eine andere, weniger greifbare angelsächsische Bezeichnung, die keine eineindeutige Zuordnung zu einem Begriff im Deutschen besitzt. So macht man das ja wohl heutzutage!)

Komme ich zurück zu meinem eigentlichen Thema: Die Zeit und jeder von uns im Verlauf der Zeit. Der Zeitstrahl ist sicher in ähnlicher Form jedem noch aus Schulzeiten ein Begriff. Die Zeit wurde glaub‘ ich immer mit ‚t‘ bezeichnet. Jede Person (oder fast jede), der das nicht geläufig ist, kommt jetzt schnell auf die Idee zu fragen: „Warum?“ Genau um dieses Verhalten/dieses Problem/diesen Mumpitz geht es mir!So ein absurder Scheiß! Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass man sich mit dieser allgemeinen Warum-Frage in die Position eines kleinen Kindes rückt, welches akribisch versucht die Zusammenhänge der Welt zu begreifen, ist diese Frage sowas von kontraproduktiv, insbes. wenn es – wie so oft – darum geht, in der Zukunft etwas anders zu handhaben/sich anders zu verhalten etc.

 

t  —-I——————-I——————I————–>

        P1                         P2                         P3

 

Wer mich aus Seminaren kennt, der weiß dass ich schwer in Kausalitätsdenker verliebt bin! Ursache und Wirkung soweit das Auge reicht! Darüber hinaus ist es wahrscheinlich dem Umstand geschuldet clever sein zu wollen, dass jeder denkt, er müsse ‚das Pferd von hinten aufzäumen‘. Wie meine ich das? Fakt ist, dass ich Gesprächspartner sehr, sehr oft dabei erlebe, die aktuelle Situation (P2 in meiner mörderisch gut gelungenen Skizze) als Wirkung zu definieren und – sinnbildlich – ihren Rucksack zu packen, um die Reise in die Vergangenheit zu wagen, also auf Ursachenforschung zu gehen – in skizzisch gedacht: P1 zu suchen (Nein, nicht den Münchener Club P1 und auch nicht die Handfeuerwaffe Walther P1 ist hier gemeint!!!).

Noch viel genialer ist aber, dass es total egal ist, welches Bröckchen die Leute selbst bei ihrer gedanklichen Reise finden oder was man den Leuten ‚hinwirft‘ (also vorschlägt) – Sie nehmen es. Ich nenn‘ das auch gern ’so weit denken, wie eine Kuh kackt‘ [ In Seminaren kommt das immer noch etwas besser als ’so weit denken wie ein Schwein scheißt‘; wahrscheinlich mögen die Teilnehmer die aufeinander folgenden ‚Sch‘-Laute nicht 😉 ]. Mehr ist es nämlich nicht. Ja, ich denke darüber nach, was wie zusammenhängt. Meist während einer Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, während ich mir einen frischen Kaffee zubereite o.ä.! Übrigens bestimmen diese Handlungen in P2 – wohl bemerkt dem Zeitpunkt, zu dem es ein Problem/ein änderungsfähigen Umstand gibt – auch das Ende unserer gedanklichen Reise, irgendwann ist nämlich die heimische Haltestelle erreicht oder der Kaffee fertig! Daher kann ich auch gar nicht anders, als die erste, mir in den Sinn kommende Erinnerung, die auch nur im entferntesten etwas mit der aktuellen Situation zu tun, zu nutzen und sie als URSACHE/GRUND/SCHULD zu erklären!

Worauf ich hinaus will, ist nicht nur die beschränkte Verwendung von kausalen Zusammenhängen, um sich die Welt zu erklären, sondern auch noch der aus meiner Sicht falsche Umgang/die falsche Anwendung dieses ohnehin ‚dürftigen Verfahrens‘! Jede kommunikative Situation erklären wir unter anderem mit Wechselwirkungs-beziehungen zwischen den Akteuren und Umgebungsvariablen, aber das Verhalten und Handeln von uns komplexen Persönlichkeiten lässt sich natürlich ausschließlich durch kausale Bezüge erklären, ganz klar! Sonst noch was?!

Vorschlag: Aufhören mit diesem ständigen Rückbezug, der Ursachenforschung, die zwar aufklärt, aber alles aus dem Gestern, was das Heute erklärt, hindert fast automatisch an einem anderen Morgen, denn das Heute hat ja durch das tolle Gestern seine DASEINSBERECHTIGUNG.

Wie wäre es mit einem Ende der Ursachenforschung, die uns maximal Halt in der momentanen Situation gibt, die wir für durchaus veränderungsfähig halten. Denn während wir ein anderes Verhalten anstreben, radieren wir automatisch unsere Begründung des alten Verhaltens weg/machen sie wertlos, was unweigerlich zur Folge hat, dass wir uns eine neue Begründung/Ursache suchen müssen. Und während wir in diesen kleinen Schritten versuchen schlüssig zu wirken, nimmt man uns wahr als jemanden, der sich die Welt so zurecht konstruiert wie er sie gern hätte. Das wäre ja weniger schlimm, wenn wir dabei ZUFRIEDEN wären, nur sind das viele Leute nicht.

AUCH WENN ES WEH TUT:

  1. Ziehen Sie in Betracht, dass Sie die Zusammenhänge zwischen sich und der Welt nichtvollständig aufklären können (Wechselwirkungen, mehrere Ursachen etc.). Es heißt ja auch Vergangenes reflektieren und nicht: Den einzigen Grund herausfinden!
  2. Vergessen Sie den Münchener Club und die Handfeuerwaffe – P1 IST TOT! (P1=Gestern, siehe Skizze)! Überlassen Sie diesen Bereich den Therapeuten/Analytikern dieser Welt!
  3. Nutzen Sie P2 (P2=Heute, siehe Skizze) und P3 (P3=Morgen, siehe Skizze)! Die Lösung liegt selten in der Vergangenheit!
  4. Sehen Sie das Heute als Ursache und das Morgen quasi als Wirkung – Im Sinne eines ernst zunehmenden, dennoch alltagstauglichen Coaching-Begriffs sollten wir dann sicher vom heutigen IST– und morgigen SOLLZustand reden, dabei aber die LÜCKE nicht außer Acht lassen, die beide Punkte voneinander trennt und mit Teilzielen/Schritten gefüllt werden möchte!
  5. Füllen Sie diese Lücke mit Ihren Teilzielen/Steps um das Soll – also Ihr Ziel – zu erreichen!

 

Ende der Durchsage!

Norman Kaulfuß (G+ Profil)

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Vielen Dank an die Studierenden des Studienganges Wirtschaftswissenschaften (FR Industrie) der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, die mir mit den Eindrücken der letzten beiden Tage und insbesondere dem Spiel „Nacht in Palermo“ (auch: Mord in Palermo/Mafia/Wer ist der Mörder; Anleitung u. a. hier: Beschreibung) den Anstoß gaben, diesen Artikel endlich mal zu schreiben.

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Robin Hood – 01 Der Mann, der Robin Hood mochte

15. März 2011


Der Film wurde im März 2004 im Rahmen einer Belegarbeit zur Bearbeitung eines Fallbeispiels in der Vorlesung Tiefenpsychologie des Studiengangs Kommunikationspsychologie in Görlitz produziert.
Robin Hood ist der Charakter, der (oft unbewusst) versucht, Menschen in seinem Umfeld versucht näher zu kommen und sie aus vermeintlichen Abhängigkeitsbeziehungen (in denen sie den schwächeren, abhängigen Part innehaben) zu lösen. Weniger hinterfragt bleibt dabei, inwiefern sich die Personen, um die Ron Hood wirbt, in ihren derzeitigen Beziehungen überhaupt unwohl fühlen.
Die Gruppentherapeutin spricht das Phänomen offen an, als Ron Hood nicht einmal davor Halt macht, ihre Co-Therapeutin zu einem Wochenendausflug einzuladen. In Teil 1 ist zu sehen, wie sehr solche Charaktere dann die Mauer um sich hochziehen können. Teil 2 zeigt dann ein In-sich-gehen und Reflektieren von Ron, bei dem er schon zeigt, dass er Robin Hood für seine „Befreiungstaten“ bewundert. Im Teil 3 nimmt Ron in einer erneuten Gruppensituation Stellung zu seinem destruktiven Verhalten in Teil 1. Symbolisch bringt er in seiner extrovertierten Selbstdarsteller-Manier einen Hut als Merkmal von Robin Hood ins Spiel. 

Robin Hood – 02 Ron denkt nach

15. März 2011
Der Film wurde im März 2004 im Rahmen einer Belegarbeit zur Bearbeitung eines Fallbeispiels in der Vorlesung Tiefenpsychologie des Studiengangs Kommunikationspsychologie in Görlitz produziert.
Robin Hood ist der Charakter, der (oft unbewusst) versucht, Menschen in seinem Umfeld versucht näher zu kommen und sie aus vermeintlichen Abhängigkeitsbeziehungen (in denen sie den schwächeren, abhängigen Part innehaben) zu lösen. Weniger hinterfragt bleibt dabei, inwiefern sich die Personen, um die Ron Hood wirbt, in ihren derzeitigen Beziehungen überhaupt unwohl fühlen.
Die Gruppentherapeutin spricht das Phänomen offen an, als Ron Hood nicht einmal davor Halt macht, ihre Co-Therapeutin zu einem Wochenendausflug einzuladen. In Teil 1 ist zu sehen, wie sehr solche Charaktere dann die Mauer um sich hochziehen können. Teil 2 zeigt dann ein In-sich-gehen und Reflektieren von Ron, bei dem er schon zeigt, dass er Robin Hood für seine „Befreiungstaten“ bewundert. Im Teil 3 nimmt Ron in einer erneuten Gruppensituation Stellung zu seinem destruktiven Verhalten in Teil 1. Symbolisch bringt er in seiner extrovertierten Selbstdarsteller-Manier einen Hut als Merkmal von Robin Hood ins Spiel.

Robin Hood – 03 Die Akzeptanz in der Gruppe

15. März 2011
Der Film wurde im März 2004 im Rahmen einer Belegarbeit zur Bearbeitung eines Fallbeispiels in der Vorlesung Tiefenpsychologie des Studiengangs Kommunikationspsychologie in Görlitz produziert.
Robin Hood ist der Charakter, der (oft unbewusst) versucht, Menschen in seinem Umfeld versucht näher zu kommen und sie aus vermeintlichen Abhängigkeitsbeziehungen (in denen sie den schwächeren, abhängigen Part innehaben) zu lösen. Weniger hinterfragt bleibt dabei, inwiefern sich die Personen, um die Ron Hood wirbt, in ihren derzeitigen Beziehungen überhaupt unwohl fühlen.
Die Gruppentherapeutin spricht das Phänomen offen an, als Ron Hood nicht einmal davor Halt macht, ihre Co-Therapeutin zu einem Wochenendausflug einzuladen. In Teil 1 ist zu sehen, wie sehr solche Charaktere dann die Mauer um sich hochziehen können. Teil 2 zeigt dann ein In-sich-gehen und Reflektieren von Ron, bei dem er schon zeigt, dass er Robin Hood für seine „Befreiungstaten“ bewundert. Im Teil 3 nimmt Ron in einer erneuten Gruppensituation Stellung zu seinem destruktiven Verhalten in Teil 1. Symbolisch bringt er in seiner extrovertierten Selbstdarsteller-Manier einen Hut als Merkmal von Robin Hood ins Spiel. 

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